GERMAN 3330
FALL 2004
READING GERMAN TEXTS:
AMERIKA AUS DEUTSCHER SICHT: DAS DEUTSCHE
AMERIKABILD IM
19. UND 20. JAHRHUNDERT
Dr. Glass
11-12 AM / MWF
311 PGH
OFFICE: 426 AH
OFFICE HOURS
PHONE: (713) 743-3049 / E-MAIL: hfglass@mail.uh.edu
PREREQUISITES: GERM 2331/2332 OR EQUIVALENT; GERM 3333 or concurrent
enrollment
in GERM 3333
COURSE DESCRIPTION: The course aims at developing proficiency in
textual analysis to prepare German majors and minors for upper-level
literature and
culture courses. It will enable students to approach literary and
non-literary texts from a variety of perspectives. Through specific
exercises, students will acquire an understanding of the content, form,
style and purpose of a
given text. Students learn to comprehend and critically evaluate how
texts
are structured (form, genre, language), which strategies they employ to
appeal
to an audience, and how readers develop and articulate interpretations.
The
course aims at developing critical thinking, reading, conversation and
composition
strategies. Class activities and written assignments are designed not
only
to further the development of linguistic skills, but also to encourage
the
development of knowledge and the ability to think critically about
information
and ideas. The course is conducted in German. Regular attendance and
active
participation required. Substantial reading component and weekly
written
assignments.
Readings include literary texts (prose, drama, poetry), essays,
newspaper reports, memoirs, diaries and letters which illustrate how
America was perceived
and represented in 19th and 20th century Germany.
Preparation and Participation: 20%
Written Assignments: 30%
Oral Report: 10%
Midterm: 20%
Final Exam: 20%
SYLLABUS
VORSCHAU
THEMENAUSWAHL UND BILDERGALLERIE
- DER AMERIKANISCHE WESTEN:
In
Unsettling America: German Westerns and Modernity beschreibt
Lutz P. Koepnick, welche Rolle der amerikanische Westen
für die deutsche Kultur des zwanzigsten Jahrhunderts spielt:
"What's wrong with a cowboy in Hamburg?" asks Dennis Hopper in the
role of Tom Ripley in the 1977 film Der amerikanische Freund (The
American Friend). His question bespeaks not only Wim Wenders's
well-known commitment to the Western genre, but also a long-standing
German preoccupation with the iconography of the Far West. From
Friedrich Gerstäcker's nineteenth-century novels to the Marlboro
Man, from Karl May's imaginary West to Harald Reinl's Winnetou-sequels
of the 1960s, from Kafka's Oklahoma theater to the rock group BAP's
1993 "Blonde
Mohikaner," German artists, ideologues, and imagemakers have repeatedly
deployed
the mythologicalheartpiece of American popular culture, the Western, in
order
to entertain their audiences, evaluate the course of modernity, and
raise
questions concerning their own national identity. Transculturated
through
the cinema, the imagery of the American frontier provided, especially
during
the 1920s and 1930s, symbolic resources for assessing Germany's abrupt
step
into the age of machines, urban traffic, democratic will formation, and
mechanical
reproduction. Even though homegrown adaptations frequently appealed to
strong
anti-American sentiments, the genre of the Western--the American film
par
excellence, according to André Bazin--thus constituted a
discursive
site at which Germans negotiated and contested the meaning of modern
culture
and society."
- Faszination mit dem amerikanischen Indianer ist seit dem 19.
Jahrhundert ein fester Bestandteil der deutschen Populärkultur.
Das Indianerspielen - mit oder ohne Trabbi - gehört auch dazu:
FOTO: PETER HIRTH (GALLERIE "TRANSIT" LEIPZIG)
Karl May als "Old Shatterhand" kostümiert
Wenn das Indianerspielen auch heute noch so populär ist, so
liegt das wohl vor allem an den bei Kindern und Jugendlichen immer noch
beliebten Romanen von Karl May (Kurzbiographie
), der - obwohl er selbst niemals dort war - den amerikanischen Westen
zum Schauplatz vieler seiner Abenteuerromane machte, wie zum Beispiel
in Der Schatz am Silbersee und den drei
Winnetou
-Romanen.
Hier einige Illustrationen zu seinen Romanen:
Ein "Trapper" im Westen
"Winnetou"
Der Arkansas Steamer "Dogfish"
Indianer
Etwas aktueller und objektiver sind deutsche Web-Seiten, die sich mit
der Situation der amerikanischen Indianer ethnographisch und historisch
auseinandersetzen, wie zum Beispiel diese
Ausstellung im Völkerkundemuseum Berlin
- Vorwiegend romantisch ist auch das Amerikabild, das deutsche
Maler
im 19. Jahrhundert gezeichnet haben. Einen kurzen Überblick
gibt
die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM)
'VICE-VERSA' AMERIKANISCHE MALER IN DEUTSCHLAND - DEUTSCHE MALER IN
AMERIKA,
1813-1913
- NACHKRIEGSZEIT:
Care-Pakete und "Rosinenbomber"
"Auf der Suche nach neuen Orientierungen bot sich der
westdeutschen Nachkriegszeit
der amerikanische Lebensstil mit seiner Betonung von
Individualität, Freiheit und Konsum als Gegenbild zur
nationalsozialistischen Vergangenheit an. Neue Freizeitgewohnheiten
hielten Einzug, und mit der amerikanischen Unterhaltungsmusik
wurde auch die Musikbox populär und zu einem wesentlichen Teil der
Jugendkultur.
1956 gab die Wurlitzer Company, der größte amerikanische
Hersteller,
das Modell "Centennial" zum hunderjährigen Jubiläum des von
dem
deutschen Auswanderer Franz Rudolph Wurlitzer gegründeter
Geschäftes
für Musikinstrumente heraus. Das schlanke Wandgerät bot als
erste
"Wurlitzer" eine Plattenwahlmöglichkeit von "200 Selections". (
DMH
)
In den 50er Jahren wurden Mode- und Musiktrends aus Amerika
aufgegriffen, vom Petticoat zu Rock"n Roll, von James Dean Filmen zu
Jeans und, natürlich, Coca-Cola.
Sportpalast, Berlin 1958:
Blutige Tumulte im Sportpalast
Berlin,27.Oct.1958
Blutige Tumulte gab es gestern abend im Berliner Sportpalast, beim
Gastspiel des
amerikanischen Rock´n´Roll-Königs Bill Haley. Eine
aufgepeitschte Masse
richtete den größten Schaden an, den der Berliner
Sportpalast in
der
Nachkriegszeit je erlitten hat. Er beträgt nach ersten
Schätzungen 30.000 Mark.
Rund 50 Verletzte mußten ins Krankenhaus gebracht werden. (BZ;
einer deutschen
Bill Haley Seite
- DDR
Das offizielle Amerikabild der DDR war, wie die beiden folgenden
Plakate attestieren,
vom Kalten Krieg geprägt:
1952 (DHM); der RIAS war der Sender "Radio im
amerikanischen Sektor"
- ZWANZIGER JAHRE:
"Zum Lebensstil der "goldenen Zwanziger" gehörten neben Theater,
Revue,
Kabarett und Film auch die Tanzvergnügen. Der "Charleston" wurde
zum
beliebtesten amerikanischen Modetanz in Deutschland. Für seine
Verbreitung
sorgte nicht zuletzt Josephine Baker, die 1927 mit ihrer "Charleston
Jazzband"
in Berlin gastierte. Die für den Tanz notwendige Bewegungsfreiheit
hatte
die "neue Frau" in knielangen Hemdkleidern, die mit Glasperlen und
Pailletten
bestickt waren. Deren Gewicht ließ das Kleid zu den rhythmischen
Tanzbewegungen
versetzt mitschwingen." (
DHM
)
- Viele deutsche Reise-Links illustrieren die anhaltende
Faszination
mit allem Amerikanischen. Hier ein paar Beispiele:
- Urlaub
und Reisen
Online: USA & Kanada
- Tips
und Tricks für USA Reisende
- us der Perspektive eines Austauschstudenten:
Abenteuer Amerika: Zwei Semester in Missouri
- USA
Reisebericht
; hier ein Zitat:
"Erst als die letzten Küstenstriche im Fenster meines Flugzeuges
verschwinden
und ich die "alte Welt" hinter mir fühle, merke ich daß es
jetzt
los geht, daß ich wirklich auf dem Weg nach Amerika bin. Als ich
dann
so über den grenzenlose Atlantik ins Ungewisse flog fühlte
ich
mich für einen Moment lang wie ein kleiner Kolumbus, der
kurz
vor der Entdeckung einer neuen Welt steht. Wie oft hatte ich mir
in
meiner Phantasie eine Welt aus Mc Donald's, Hollywood,
Wolkenkratzern und langen Limousinen zusammengesetzt. Aber ist diese
Welt wirklich so neu?
Schon beim nächsten Gedanken wird mir klar, daß dieser
Eindruck
vor einer Amerika Reise
heutzutage keine Geltung mehr haben kann. Der amerikanische
Einfluß ist gerade auch in Europa so prägend,
daß man bei einem ersten
Besuch weniger das Gefühl hat fremden Boden zu betreten, sondern
auf
Schritt und Tritt Bekanntem begegnet: den endlosen Highways, die
wogenden Weizen Felder, der Grand Canyon und die Skyline von Manhatten,
durch Film und Fernsehen ist uns alles dies schon bestens bekannt. Auch
der so genannte. American way of life ist für uns
Europäer ja nicht mehr etwas vollkommen
neues, schließlich haben wir ja einiges an "amerikanischer
Kultur"
übernommenen und folgen immer mehr in einem beständigen
Trott
vielen Entwicklungen die jenseits des Atlantiks ihren Anfang hatten."
. - Und wenn Sie wissen wollen, was Amerika-Reisende im 19.
Jahrhundert
zu berichten hatten, dann empfehle ich "
Germany Discovers America
" Bibliographie Deutscher Reiseberichte 1800-1918
- Auch die Country Musik hat in Deutschland treue Fans, wie Sie
auf
dieser Seite sehen können
... (darüber hinaus gibt es einen Artikel über
amerikanisches Essen - guten Appetit!)
- AMERIKA IM DEUTSCHEN FILM: Zu diesem Thema gibt es sehr viel
Material. Hier nur eine ganz kleine Auswahl von Filmtiteln - wir werden
uns Szenen aus
einigen dieser Filme im Kurs zusammen ansehen und diskutieren:
- Werner Herzog: Stroszek (1976): "Stroszek, der aus dem
Gefängnis entlassen wird, sucht eine neue, freiere Form der
Geborgenheit, die ihm aber
versagt bleibt - auch in seinem Wunschland Amerika. Solange dreht er
sich
im Kreise, bis ihn nur noch der Tod bleibt. Herzog hat mit seinem
handwerklichen
Können und seiner im deutschen Film wohl einzigartigen
Imaginationskraft,
ein neues schönes Werk geschaffen, zugleich aber auch eine
manchmal
symbolisch
überfrachtete pessimistische Vision." (
movieline
) - Wim Wenders: Paris, Texas (1984): "Wim Wenders'
geographische
Visionen von Gemütszuständen
passen sehr genau zu dem kühlsentimentalen "Einsamer Mann"-Komplex
des
Autors Sam Shepard. Und so wird hier eine
unglückliche Liebesgeschichte traumverloren als amerikanische
Freeway-Elegie
der Weite und des endlosen
Horizonts erzählt. Der stumm verstörte Travis, von seinen
Verwandten
in der Wüste aufgestöbert, will seinen kleinen Sohn zur
Mutter
nach Houston schaffen, trifft sie bei ihrer Peep-Schow-Arbeit an und
führt
mit ihr durch einen einseitigen Spiegel den entscheidenden Lebens- und
Liebesmonlog
des Versagens - eine lange Szene zwischen Nastassja Kinski und Stanton,
die
in ihrem kunstvollen Aufbau den ganzen Film unvergeßlich
prägt
und trägt. Wie denn überhaupt der verkappt wehleidige, herb
gefühlige
Männer-Tick von Leere, Einsamkeit und Davongehen ins Unbekannte
von
Wenders in ein meisterhaftes Bildergedicht verwandelt wird. Trotzdem
kommen
die Verrisse aus Amerika nicht von ungefähr. Da ist etwas
kompliziert
Seufzer-Süchtiges, eine europäische Gier, sich der Romantik
des
Leidens hinzugeben
und sie mit den Ritualen der Fremde zu zelebrieren. Das
ärgerte die Amerikaner: Sie wollen Wim Wenders partout keinen
Amerikaner sein lassen. Die Europäer wiederum berauschen sich an
den verwandten Schwingungen von
Wenders' deutscher Grübelseele." (
movieline
)
Szenenfoto aus Paris, Texas
Und zum
Schluss noch
das offizielle U.S.A. Bild
(von den Seiten des Auswärtiges Amts der Bundesregierung
Deutschland)
sowie die offizielle
Dstellung
der deutsch-amerikanischen Beziehungen der U.S. Botschaft in Berlin